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für systemisch, konstruktivistisch arbeitende Coaches, Berater, Therapeuten und alle Interessierten

Narrative Therapie: Definitionszeremonien

Systemisch, Therapie Posted on Di, August 07, 2018 20:11:07

Definitionszeremonien geben Klienten die Möglichkeit vor einem Publikum / außenstehende Zeugen Geschichten ihres Lebens zu erzählen. In diesem sozialen Prozess kann der Klient das Gefühl von Authentizität entwickeln in dem seine Ansprüche an die eigene Identität und Geschichte anerkannt werden (im Sinne einer kollektiven Selbstdefinition). Es können dichte Narrationen entwickelt werden, mit komplexen Gedanken über die Identität des Klienten. Positive Resultate können verstetigt und ausgeweitet werden. Einen ähnlichen Weg verfolgte Anderson mit seiner Arbeit im Reflektierendem Team. Ähnlichkeiten finden sich auch im Setting von Gruppentherapien. Die Struktur von Definitionszeremonien hat nach Michael White 3 Phasen:

  1. A) Erzählung des Klienten vor außenstehende Zeugen.
  2. B) Neuerzählung
  3. Ausdruck – Zeugen werden gebeten, das zu schildern, was ihnen am meisten aufgefallen ist, was ihre Aufmerksamkeit erregt hat oder ihre Vorstellungskraft geweckt hat. Zeugen unterhalten sich nur untereinander oder mit dem Coach / Therapeut, niemals mit dem Klienten. 2. Bilder – Die Zeigen werden dann gebeten, Bilder (oder Gefühle) zu beschreiben, die ihnen beim Zuhören gekommen sind und darüber nachzudenken, was diese Bilder mit dem Klienten zu tun haben können / was diese über ihn aussagen könnten was er im Leben will und was ihm wichtig ist. 3. Widerhall – Zeugen werden gefragt was sie persönlich angerührt hat / was eine Saite in ihrer persönlichen Geschichte angerührt haben könnte. 4. Bewegtsein – Sie werden gebeten zu schildern, inwieweit sie von der Geschichte berührt worden sind.
  4. C) Neuerzählung der Neuerzählung

Nach der Neuerzählung kehren die Zeugen in die Rolle des Publikums zurück und der Klient wird gefragt, was er aus der Neuerzählung herausgehört hat. Die erfolgt in dem gleichen Schema von Ausdruck, Bilder, Widerhall und Bewegtsein.

Der Klient wird gebeten Ausdrucksformen der außenstehenden Zeugen zu schildern, die ihm aufgefallen sind; welche Bilder oder Vorstellungen diese Ausdrucksformen bei ihm wachgerufen haben; seine persönlichen Erfahrungen, die diese Ausdrucksformen berührt haben; und seine Gedanken oder Vorstellungen seines eigenen Lebens und seine Handlungsoptionen daraus.



Narrative Therapie: Wiederherstellung von Zugehörigkeit

Systemisch, Therapie Posted on Di, August 07, 2018 20:09:27

Für Klienten mit isolierender Identitätsvorstellungen empfiehlt Michael White Gespräche, die von der Idee geleitet sind, dass die Identität des Klienten nicht auf einem Kernselbst beruht, sondern auf einem ‚Lebensverband‘ mit signifikanten Figuren und Identitäten aus der Vergangenheit, Gegenwart und projizierten Zukunft. Damit hat der Klient die Möglichkeit, die ‚Mitgliedschaften‘ dieser Figuren und Identitäten zu seinem Lebensverband auf- oder abzuwerten oder ganz zu revidieren. Die Normen unserer westlichen Kultur von Selbstbeherrschung, Selbstkontrolle, Eigenständigkeit, Selbstverwirklichung und Eigenmotivation könnten zu einem ‚eingekapseltem Selbst‘ führen. Diese Fragen könnten Klienten neue Möglichkeiten zur Rekonstruktion seiner Identität ermöglichen…

Fragen zum Beitrag der Person zum Leben des Klienten

Fragen zur Identität des Klienten aus Sicht der Person

Fragen zum Beitrag des Klienten zum Leben der Person

Fragen zu den Implikationen dieses Beitrages für die Identität der Person